Die Geschichte unserer Orgel

Die erste Orgel in St. Marien, von der wir wissen, ist uns durch eine Rechnung aus dem Jahr 1534 bekannt. Es war ein kleines Positiv. Der Pfarrer Andreas Engel veranlasste in verschiedenen Städten Deutschlands eine Sammlung für den Neubau einer Orgel. Sogar Hamburg gab 3 Taler dazu. 1594 wurde die Orgel von Martin Voigt aus Coburg eingebaut. Insgesamt kostete der Bau der Orgel 400 Taler. Die Summe war so groß, dass der Orgelbauer erst 1614 sein letztes Geld bekam.  Die erste Reparatur erfolgte 1623 durch den Storkower Orgelbauer Martin Grabow und kostete die 150 Taler.

Die Orgel wurde im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt und konnte erst 1707 überholt werden, nachdem man wieder im ganzen Land gesammelt hatte.

Der Neubau der Orgel im Jahr 1773/74 erfolgte durch Ernst Julius Marx aus Berlin für 1430 Taler und hatte 1451 Pfeifen in 27 Haupt- und 7 Nebenregistern. Aus Geldmangel wurden die fünf höchsten Töne, sowie der tiefste Ton jeweils weggelassen. Aber der Orgelprospekt war reich geschnitzt. Das Gottesauge und die beiden Putten sind heute noch erhalten. Da Marx 600 Taler nicht bekam, verklagte er später den Magistrat. 

Im I. Weltkrieg mussten die großen Prospektpeifen für die Rüstungsproduktion ausgebaut werden. 
Die Orgelbauanstalt Sauer aus Frankfurt/Oder baute danach eine neue Orgel für 25.000.-RM. Der Orgelprospekt blieb erhalten und wurde an beiden Seiten durch ein Gitter erweitert. So schuf man den Platz für 37 Register auf 3 Manualen mit 27 Koppeln und 2460 Pfeifen. Die kürzeste Pfeife ist 3 cm und die längste Pfeife ist 5,76 m lang. Die Orgelweihe fand am 22.12.1929 statt. Pfarrer Brenning schrieb in der Kirchenchronik: "Leider ist die Freude der Gemeinde nicht ganz ungetrübt! Die Anschaffung der Orgel hat die Gemeinde mit Schulden belastet, die Abzahlungen in dieser schweren Zeit der allgemeinen Wirtschaftskrise und großen Arbeitslosigkeit, eine große Sorge bleibt."

Weitere Bilder sehen Sie hier: Drück mich! oder bei Strausberg live: Drück mich!

Den II. Weltkrieg überstand die Orgel ohne Kriegsschäden. 1991-1998 erfolgten umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durch Dr.-Ing. Liers, doch zwischen 2011 und 2015 schwieg die Orgel. Sie wurde fachmännisch von der Firma Christian Scheffler, Sieversdorf, saniert. Die Sanierung hat über 122.000 Euro gekostet. 
Jede Spende zum Erhalt des Instruments ist herzlich willkommen!

Nun wacht es wieder über der Orgel: Mit dem „Auge Gottes“ in der Strahlenglorieole wurde das Orgelprospekt am 11. August 2016 weiter vervollständigt. Mit Unterstützung von Stephan Bock und Gerd Gusowski aus unserer Gemeinde brachte Restaurator Dirk Jacob aus Berlin die imposante Strahlenglorieole wieder an ihren Platz. Im April 2017 folgte mit der linken Seitenwange ein weiteres großes Element (im Bild noch nicht zu sehen!)

Auch unsere Vorfahren haben Wert auf Nachhaltigkeit gelegt-was sinnreich verwendet werden konnte wurde weitergenutzt. So auch einige Bretter mit Bemalungen die zuletzt als Verkleidung der Balgentreter hinter unserer Orgel zum Einsatz kamen. Nach Entdeckung durch Stefan Bock konnte Restaurator Dirk Jacob die Malereien dank einer Spende von Dr. Matthias Reimann aufarbeiten. Eine Vermutung, es handele sich um Teile der ehemaligen Tuchmacher-Empore werden durch Pfr. Kuhn angezweifelt. 

Christliche Darstellungen scheinen nicht abgebildet zu sein-eine Verwendung in der Kirche ist somit auszuschließen. Öffentlich wollen wir die Bilder am 3. Oktober präsentieren und im Rahmen einer kleinen Feier Dr. Reimann für seine Unterstützung danken. Weitere Bilder sehen Sie hier: Drück mich!